Das Multilevel Marketing - Verkauf über Empfehlungen
Der Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen über Empfehlungen scheint immer beliebter zu werden. Die Möglichkeit, mit Multilevel Marketing Geld zu verdienen, wird als Nebenverdienst gern genutzt.
Das Multilevel Marketing, manchmal auch Network Marketing genannt, bezeichnet im Marketing den Verkauf oder die Empfehlung eines Produktes über Vertrauenspersonen. Der Gedanke, über Empfehlungen neue Kunden zu gewinnen oder eine festere Kundenbindung zu schaffen, ist nicht neu. Schon in der Antike wurden persönliche Empfehlungen von Handwerkern oder auch Handelsreisenden genutzt und gezielt gefördert, um den Kundenkreis auszuweiten und das Geschäft zu erweitern.
Im Unterschied zum Vertrieb über Groß- und Einzelhandel, bei der ein Unternehmen sein Produkt oder seine Dienstleistung über diese übliche Form des Zwischenhandels an den Endkunden verkauft, lebt das Multilevel Marketing von Empfehlungen und Referenzen eines weitverzweigten Berater-Netzwerks. Die Berater können gleichzeitig
selbstständige Wiederverkäufer und Kunden sein. Zusätzlich rekrutieren sie neue Berater, in der Regel aus ihrem eigenen Bekanntenkreis, um das Netzwerk weiter auszubauen und so die eigene Gewinnspanne zu erhöhen. Das unternehmerische Risiko liegt
allein bei den jeweiligen Beratern, da diese ausschließlich Gewinne aus ihrer Handelsspanne und Provisionen erzielen. Der Verdienst ist also eng an den Umsatz gekoppelt: Je niedriger der Umsatz, desto geringer fällt der Verdienst aus. Dies kann besonders dann problematisch werden, wenn sich das Produkt oder die Produktpalette eines Unternehmens bereits in der Nähe der Marktsättigung befindet oder wenn sich bei einigen Beratern das private Umfeld erschöpft und so die Grenze der Absatzmöglichkeiten erreicht wird.
Das Multilevel Marketing hat bisher nur einen marginalen Anteil am gesamten Einzelhandel. Auch das durchschnittliche Umsatzwachstum liegt deutlich hinter dem des traditionellen Handelssegments. Den größten Anteil nehmen in Deutschland Produkte aus dem Bereich Gesundheit ein, wie zum Beispiel Nahrungsergänzungsmittel oder Vitaminprodukte (ca. 40 %). Es folgen Körperpflege- und Kosmetikprodukte mit ca. 28 %. Einen nur geringen Anteil an den Umsätzen haben Angebote wie Wasch- und Putzmittel, Schmuck, Accessoires, Haushaltswaren oder Textilien.