Klein-Anzeigen: längst überholt oder viel gelesen?
Nur mit Hilfe der Klein-Anzeigen können sich die meisten Zeitungen noch finanzieren. Dies liegt vor allem daran, dass die klassische Klein-Anzeige besonders von älteren Lesern dem Internet vorgezogen wird.
In Zeiten der E-Papers und des Internet scheint die Zeit der klassischen Tages- und Wochenzeitungen abgelaufen zu sein. Nur durch Werbung und Klein-Anzeigen können sich die meisten Blätter noch auf dem Markt halten. Zu viele ihrer Leser verzichten heute auf ihre Abonnements und lesen die Zeitungsteile, die sie interessieren, im Internet. Für die Leser bietet dies zwar den Vorteil, dass sie viel Geld sparen und auch noch Tage später die entsprechende Zeitungsausgabe studieren können. Für die Zeitschriften bedeutet das aber einen schwer wiegenden Kundenverlust.
Nur ausgewählte Blätter können sich dauerhaft halten, da sie entweder Spezial-Themen abdecken, spezielle Zusatzartikel mit jeder Ausgabe liefern, oder weil sie sich auf Klein-Anzeigen spezialisiert haben. Obwohl natürlich auch das Internet zahlreiche Anzeigen- und Auktionsportale bietet, greifen viele Menschen lieber auf die klassischen Anzeigenformate zurück, um Angebote und Gesuche aus ihrer Umgebung zu finden. Die Anzeigen, die in diesen Zeitungen erscheinen, sind meist zuvor von der Redaktion überprüft worden und die Leser laufen so weniger Gefahr, auf zweifelhafte Angebote herein zu fallen.
Außerdem beschränken sich diese Angebote meist auf die eigene Region, was besonders beim Stellenmarkt oder auch Verkäufen wichtig sein kann. Viele Menschen sind nicht ausreichend flexibel und können daher keine Stellenangebote außerhalb ihrer Region wahrnehmen, und vielen Käufern ist es wichtig, die Ware vor dem Kauf besichtigen zu können. Ähnliches gilt auch für die Partnerschaftsanzeigen. Besonders ältere Singles aus der Region suchen, auch in Zeiten der Online-Flirtportale, auf diesem Weg nette Bekanntschaften oder einen neuen Lebensabschnittsgefährten.
Auch lokale Veranstaltungen werden im Rahmen der Klein-Anzeigen veröffentlicht und beworben. Dies ist für viele Veranstaltete eine wesentlich wirksamere Werbung als das Internet, da so genau die Interessenten erreicht werden, die später auch als Gäste des Events erscheinen. Im Internet informieren sich nur wenige Gäste, auch, weil die Anzeigen häufig aktueller sind, als die Webseiten der Veranstalter.